Grundlagen des Emissionshandels
Emissionshandel
Eine flexible Maßnahme im Rahmen des Kyoto-Protokolls ist der Handel mit Emissionszertifikaten, die
in diesem Register verwaltet werden. Den Unternehmen, die Treibhausgase emittieren, werden von der
zuständigen Behörde – in Österreich das Lebensministerium – eine begrenzte Menge an
Emissionszertifikaten zugeteilt. Wenn ein Unternehmen mehr Treibhausgasemissionen ausstößt als es
zugeteilte Zertifikate besitzt, kann es von anderen Unternehmen Zertifikate erwerben. Die
Zertifikate werden z. B. an der Börse, über Broker (z. B. Banken) oder direkt gehandelt. Ab 2008,
bei der weltweiten Ausweitung des Emissionshandels gemäß dem Kyoto-Protokoll, findet der Handel
auch zwischen Staaten, und nicht nur direkt zwischen Unternehmen statt. Dann werden zusätzlich zu
den seit 2005 im Umlauf befindlichen EU-Zertifikaten (EU allowances = EUA) auch verschiedene
Kyoto-Einheiten gehandelt.
Emissionshandel gemäß dem Kyoto-Protokoll
Die Einführung des Emissionshandels im Kyoto-Protokoll geht auf eine Initiative der USA zurück. Sie
hatten in den 90er Jahren mit einem Programm zur Bekämpfung des Sauren Regens gezeigt, dass ein
marktbasiertes Instrument wie der Emissionshandel funktionieren kann. Damals wurden dort die
Schwefeldioxidemissionen innerhalb kurzer Zeit kostengünstig reduziert.
Welche Vorteile hat der Emissionshandel als Instrument?
Voraussetzung für ein Funktionieren des Emissionshandels ist, dass die Unternehmen nur eine
begrenzte Menge an Zertifikaten für eine bestimmte Aktivität zugeteilt bekommen. Durch die
Möglichkeit die Zertifikate am Markt zu handeln, wird in der Regel die Reduktion an jenen Anlagen
vorgenommen, bei denen sie am kostengünstigsten zu realisieren ist. Unternehmen, die eine
Einsparung nur zu hohen Kosten realisieren könnten, kaufen stattdessen Zertifikate. Somit sind die
Kosten für die eingesparte Emissionsmenge für alle in etwa auf dem gleichen und niedrigsten Niveau,
weil der Handel einen Ausgleich zwischen den Kosten der jeweiligen Unternehmen bewirkt.
Welcher Prozentsatz der Treibhausgasemissionen ist in Österreich durch den Emissionshandel erfasst?
Der Emissionshandel betrifft derzeit nur die im Emissionszertifikategesetz (EZG) genannten
Emittenten von Treibhausgasen bestimmter Branchen (siehe auch Anlagen). Sie verursachten 2006
insgesamt 36 % der Emissionen in Österreich. Durch eine große Zahl kleiner Emittenten tragen andere
Sektoren ebenfalls zum Treibhauseffekt bei. Dies sind in Österreich z. B. der Verkehr mit 26 %, die
Raumwärme mit 16 %, die Landwirtschaft mit 9 %, die Abfallwirtschaft mit 2 %, und die Emission
fluorierter Gase mit 2 % (Stand 2006). Für diese Sektoren sind Reduktionsmaßnahmen in der
Österreichischen Klimastrategie festgelegt.