EMISSIONSHANDELSREGISTER

Klimaschutz

Klimawandel

Im 20. Jahrhundert stieg die globale mittlere Temperatur auf der Erdoberfläche um 0,6 °C. Die Beweise erhärten sich, dass diese Erwärmung auf die Aktivität des Menschen in den letzten 50 Jahren zurückzuführen ist. Im vierten Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) von 2007 wird prognostiziert, dass die Temperatur bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um weitere 1,1–6 ,4 °C ansteigen wird. Dies wird nach bisherigen Einschätzungen ernsthafte Konsequenzen für das menschliche Leben mit sich bringen, unter anderem ein Ansteigen des Meeresspiegels, die weitere Ausbreitung von Wüsten und die Zunahme von extremen Wetterereignissen wie Stürmen, Trockenperioden oder Überschwemmungen.

Menschliche Aktivitäten, die zum Klimawandel beitragen, sind vor allem die Verbrennung von fossilen Brennstoffen und die Abholzung von Wäldern. Hierdurch erhöht sich der Gehalt des Treibhausgases Kohlendioxid in der Erdatmosphäre, das hauptverantwortlich für die Erhöhung der Temperatur auf der Erde ist. Um die weitere Erwärmung der Erdoberfläche zu begrenzen, muss der Ausstoß von Kohlendioxid drastisch vermindert werden. Zu diesem Zweck haben sich 182 Länder im Rahmen des Kyoto-Protokolls auf einen Weg zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen verständigt.

Das Kyoto-Protokoll

Am 16. Februar 2005 trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Das Protokoll wurde von insgesamt 182 Ländern und der Europäischen Gemeinschaft (Stand Oktober 2008) ratifiziert. Davon sind im Rahmen dieser Vereinbarung 36 Länder und die Europäische Gemeinschaft dazu verpflichtet, ihre Emissionen von Treibhausgasen zu begrenzen bzw. abzusenken. Diese Verpflichtung betrifft im Besonderen den Zeitraum von 2008 bis 2012, in dem diese Ziele zu erreichen sind. Innerhalb der Europäischen Union hat sich jedes Land unterschiedliche Reduktionsziele für diese Periode gesetzt. Österreich hat sich verpflichtet, die jährlichen Treibhausgasemissionen um 13 % gegenüber dem Referenzjahr 1990 abzusenken. Für teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe und Schwefelhexafluorid gilt in Österreich 1995 als Basisjahr.

Die Erreichung der Kyoto-Verpflichtung wird durch die so genannten flexiblen Maßnahmen begleitet. Jedes Land kann einen Beitrag zu seiner Verpflichtung dadurch leisten, dass es beispielsweise in anderen Ländern die Absenkung von Treibhausgas-Emissionen im Rahmen von Projekten finanziert. Finden diese Projekte in Ländern statt, die sich zu Emissionsbegrenzungen verpflichtet haben, werden sie Joint Implementation (JI)-Projekte genannt. Wird ein solches Projekt in einem Entwicklungs- oder Schwellenland umgesetzt, spricht man von Clean Development Mechanism (CDM). Eine weitere flexible Maßnahme ist der Handel mit Emissionszertifikaten – kurz Emissionshandel genannt.
Die Länder der Europäischen Union bedienen sich zur Emissionsminderung neben nationalen Maßnahmen so genannter gemeinsamer und koordinierter Politiken und Maßnahmen, wozu auch das Emissionshandelssystem gehört. Der EU-Emissionshandel begann bereits mit dem 1. Jänner 2005, um noch vor dem Beginn der Verpflichtungsperiode 2008 Erfahrungen mit diesem Instrument zu sammeln.

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